Bureaucratic Transparency

Worum es geht und warum Ihre Mithilfe unverzichtbar ist, erschließt sich schnell, wirft man einen Blick auf die Grundstruktur des Mitmach-Projekts bureaucratic transparency.

Struktur

Fallschilderung von Unternehmern: Unsere Online-Fallsammlung

Unsere Online-Fallsammlung bietet die Aufbereitung echter Erfahrungsberichte von Unternehmern aus Deutschland mit Bürokratie als Anschauungsmaterial. Sie wird laufend ergänzt. Die Erfahrungsberichte werden von unserem Stiftungsteam geprüft und in Falldarstellungen gefasst.

Diese Falldarstellung wird dem Teilnehmer vorgelegt. Nur, wenn der jeweilige Unternehmer sein Einverständnis zur Veröffentlichung erteilt, wird der Fall sodann unter Namensnennung in unserer Fallsammlung veröffentlicht. In geeigneten Fällen werden die Erfahrungsberichte als sog. „Meldung“ ohne Namensnennung dargestellt.

Diese Erfahrungsberichte von Unternehmern aus ganz Deutschland sammeln wir seit Beginn unserer Initiative „Unternehmer und bürokratische Hürden“ / bureaucratic transparency. 

In der Nutzbarmachung der Berichte als Anschauungsmaterial liegt bereits eine der vielfältigen Früchte im Sinne der BONHOFF-METHODE.

Wenn Sie ein Stichwort und/oder eine Meldung in unserer Fallsammlung vermissen, senden Sie uns bitte umgehend eine Meldung über Ihre entsprechende Bürokratie-Erfahrung. Entweder, indem Sie kurz drei Fragen beantworten, oder per Post oder Fax.

Falls Sie bereits eine Meldung in unserer Fallsammlung finden, die einem Ihrer Erlebnisse entspricht, so teilen Sie uns auch das bitte mit; Häufungen sind aussagekräftig.

Dieses Anschauungsmaterial unserer Fallsammlung ist ein Beitrag für ein kritisches und erfolgreiches Unternehmertum. Diese Transparenz motiviert nicht nur Unternehmer, sondern auch staatliche Institutionen, ihre Möglichkeiten und Potenziale im Sinne des Gemeinwohls für gute Einzelfalllösungen auszuschöpfen. Verbesserung durch Transparenz ist unser Ziel.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Dschungel der verselbständigten Bürokratien - Der verborgene öffentlich-rechtliche Sektor

Ein Dankeschön vorweg: Wir danken  den zahlreichen Menschen, die uns sachdienliche Hinweise gegeben und Fälle zur Auswertung zur Verfügung gestellt haben und all jenen, die uns in Zukunft noch an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Erst diese konkreten Beiträge ermöglichen diese kritische Zusammenstellung und das Wirken unseres Projektes.

Nach den Erkenntnissen unserer Fallauswertungen gehört der große verborgene öffentlich-rechtliche Sektor in Deutschland, mit etwa 1.000 verselbstständigten Bürokratien, zu den Hauptverursachern bürokratischer Probleme. Insbesondere Kleinunternehmer werden von diesen verselbstständigten Bürokratien immer wieder überrascht, zuweilen stark belastet und sogar überfordert, wie unsere Fallsammlung zeigt. Sie bleiben bislang bei den Bürokratieabbaubestrebungen jedoch weitgehend unbeachtet.

Mit Ihrer Hilfe machen wir die Probleme mit diesem verborgenen öffentlich-rechtlichen Sektor nachhaltig sichtbar, wodurch Verbesserungen ermöglicht und eingefordert werden. Denn Ihr Wissen, was schief läuft, darf nicht verloren gehen.

Dieses Anschauungs- und Lehrmaterial leistet mit Ihrer Hilfe wichtige Beiträge für das Gemeinwohl. Uns interessiert sehr, welche Hürden Sie im Zusammenhang mit einer verselbstständigten Bürokratie erlebt haben.

Die Kritik an der Praxis der zahlreichen verselbstständigten Bürokratien in Deutschland haben wir begonnen, zu bündeln. Den Anfang machen:

    • verselbständigte Bürokratie, die nachweislich ihre Nützlichkeit verloren haben.

Anlässlich der Verleihung des „Werner-Bonhoff-Preis“ 2010 an den Bezwinger des Fonds zur Absatzförderung der deutschen Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, Georg Heitlinger, haben wir sogleich eine Gruppe verselbstständigter Bürokratien gebildet, die ihre Nützlichkeit verloren haben.

1. Fonds zur Absatzförderung der deutschen Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft, der mit Entscheidung des BVerfG vom 03. Februar 2009 für rechtswidrig erklärt wurde. Damit endete die direkte oder indirekte Zahlungspflicht für rund 380.000 landwirtschaftliche Betriebe und es endete der Mittelfluß (ca. 90 Mio. EUR jährlich) aus diesem Fonds in seine bisherigen „Trabanten“:

        • Centrale Marketinggesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA)
        • Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle für Erzeugnisse der Land- und Ernährungswirtschaft GmbH (ZMP)

Der Stand der vermögensmäßigen Abwicklung ist uns derzeit nicht bekannt. Die Selbstdarstellung des Absatzfonds finden Sie auf www.absatzfonds.de Machen Sie sich selbst ein Bild – wie unter www.absatzfonds-abschaffen.de.

Lesen Sie, wie der Preisträger des „Werner-Bonhoff-Preis wider den §§-Dschungel“ 2010 diesen Fonds zu Fall gebracht hat.

2. Der Holzabsatzfonds (HAF, früher Forstabsatzfonds) war bis Sommer 2009 die zentrale Marketingeinrichtung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft.

Laut Holzabsatzfondsgesetz hatte der HAF als Anstalt des öffentlichen Rechts den gesetzlichen Auftrag, den Absatz und die Verwertung von Erzeugnissen der deutschen Forst- und Holzwirtschaft durch Erschließung und Pflege von Märkten im In- und Ausland mit modernen Mitteln und Methoden zu fördern.

Die im Gesetz festgelegten Regelungen zur Finanzierung der Aufgaben des HAF über eine von Betrieben der Forst- und Holzwirtschaft zu entrichtende Sonderabgabe wurden im Beschluss des BVerfG vom 12.05.2009 (Az.: 2 BvR 743/01) für rechtswidrig erklärt. Der Beschluss erging im Anschluss an das von Herrn Heitlinger erwirkte Urteil vom BVerfG vom 03.02.2009. Der HAF stellte seine Arbeit zum 01.08.2009 ein.

Forschung - Hintergrund

Die Stiftungsinitiative „Unternehmer & bürokratische Hürden“ / „bureaucratic transparency“ hat die Stiftung 2005 in Kooperation mit Professoren der Humboldt-Universität zu Berlin ins Leben gerufen.

Unternehmer aus ganz Deutschland schildern uns im Rahmen dieser Initiative ihre Bürokratie-Erfahrungen. Diese Erfahrungen bereiten wir auf und stellen diese der Öffentlichkeit als Lehr- und Anschauungsmaterial mithilfe unserer Online-Fallsammlung sowie der Vergabe des „Werner-Bonhoff-Preis-wider-den-§§-Dschungel“ laufend zur Verfügung.

Der Werner-Bonhoff-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird zur Gewinnung authentischen Fallmaterials unter den Teilnehmern des Mitmach-Projektes jährlich ausgelobt.

Mehr zum Vorgehen der Stiftungsinitiative und deren Wirkungskette zur Bürokratismus-Therapie mit der BONHOFF-METHODE finden Sie hier.

Den eigenen Diagnose- und Therapieansatz der Werner Bonhoff Stiftung beschreibt Prof. Dr. Schuppert in seinem achtseitigen Aufsatz „Dimensionen des Bürokratismus“: „Therapieansatz der Werner Bonhoff Stiftung“ als PDF

Erläuterung des innovativen Projektansatzes der Stiftung anhand der Beispielfälle der Preisträger Günther Jauch, Georg Heitlinger und Kai Boeddinghaus: Abschlussbericht als PDF

Das Fallmaterial der Stiftungsinitiative wurde bis Mitte 2012 unter Leitung von  Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert strukturiert. Prof. Schuppert unterstützt die Stiftungsinitiative seit Mitte 2012 als Mitglied des Kuratoriums. Die Stiftungsinitiative wird mit dem Werner-Bonhoff-Preis, der Online-Fallsammlung und der Bonhoff-Börse vom Stiftungsteam und allen Teilnehmern fortgeführt.

Prof. Dr. Gunnar Folke Schuppert

war Professor der Humboldt-Universität zu Berlin und Inhaber einer Forschungsprofessur „Neue Formen von Governance“ an dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Er ist Mitglied der Hertie School of Governance und seit 2012 Mitglied des Kuratoriums und der Jury der Werner-Bonhoff-Stiftung.

Werdegang als PDF

Was haben Sie erlebt?

Kennen Sie weitere verselbstständigte Bürokratien? Wir freuen uns über jede Meldung!