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Meldung 2005

Unangenehme Überraschungen aus dem Steuerrecht

Der Entwurf von Darstellungen wie z.B. Websites für das Internet gegen Entgelt gilt im Gewerbesteuerrecht als kreative freiberufliche Tätigkeit, die keine Gewerbesteuerpflicht auslöst. Die Einstellung der Entwürfe in das Internet stellt hingegen eine gewerbesteuerpflichtige Tätigkeit dar. Sofern der Webdesigner die beiden Leistungen nicht getrennt, sondern einheitlich in Rechnung stellt, unterliegen die gesamten Einkünfte der Gewerbesteuer, weil die Veranlagungsbehörde die an sich mögliche Trennung mangels Information nicht selbst vornehmen kann.

Rechtslage ist dem Betroffenen oft unbekannt

Dem betroffenen Steuerpflichtigen ist diese Rechtslage häufig nicht bekannt. Selbst wenn sie steuerlich beraten werden, versäumen es die Steuerberater nicht selten, ihre Mandanten auf die Zweckmäßigkeit einer Trennung der Entgelte bei der Rechnungsstellung hinzuweisen. Damit ist es zudem auch nicht getan; denn Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer sind nicht die Einnahmen, sondern die Einkünfte. Das bedingt eine Zurechnung der Betriebsausgaben zu derjenigen der beiden Einkunftsarten, zu der sie gehören.

Gewerbesteuernachzahlungen können existenzgefährdend sein

Steuerpflichtige, die wie eine Teilnehmerin an unserem Forschungsprojekt ihre gesamten Einkünfte in ihren Steuererklärungen als solche aus freiberuflicher Tätigkeit behandeln, erleben bei einer Betriebsprüfung eine böse Überraschung, wenn sie erhebliche, zum Teil existenzgefährdende Gewerbesteuernachzahlungen zu leisten haben, die sie aus Unkenntnis bei der Kalkulation ihrer Preise nicht berücksichtigt bzw. in ihren Rechnungen nicht klar ausgewiesen haben. Sie empfinden die steuerliche Behandlung ihres Sachverhalts als verschlungene, unerträgliche Bürokratie.

Stand der Falldarstellung: 2005


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