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Meldung 1807

Bundesnetzagentur erschwert Innovationen

Im Jahr 2005 gründete ein junger Unternehmer angesichts der vielversprechenden und sich schnell verbreitenden Voice-over-Internet-Protocol-Telefonie ein Unternehmen zur Vermarktung des Telefonierens über das Internet. Die Nutzung des Internets als Medium für Telefongespräche ist kostengünstiger als das Telefonieren über das Festnetz oder die Mobilfunknetze. Es gibt verschiedene Formen, in denen Internet-Telefonie-Dienste angeboten werden. Im vorliegenden Fall sollte dem Kunden ein Breitbandanschluss und der Zugang zum Internet zur Verfügung gestellt werden, für den Telefonanschluss hätte er selbst sorgen müssen.

Voraussetzung dafür war, dass die Bundesnetzagentur die herkömmliche Bündelung von Telefon- und Breitbandanschluss aufgehoben hätte. Die damals darauf gerichteten Hoffnungen haben sich jedoch nicht erfüllt. Erst in jüngster Zeit gibt es Anbieter für Breitbandanschlüsse auf dem Markt, die nicht zugleich auch die Nutzung eines von ihnen zur Verfügung gestellten Telefonanschlusses verlangen.

So blieb dem Unternehmer nur die Möglichkeit, Telefonnummern von der Telekom oder einem anderen Netzanbieter (nunmehr von der Bundesnetzagentur) zu kaufen und seinen Kunden im Rahmen seines Dienstleistungspakets zur Nutzung zu überlassen. Das war jedoch sehr teuer, weil die Anschlüsse nur en bloc von mindestens zehn erworben werden konnten und es in Deutschland rund 5.200 verschiedene Vorwahlnummern gibt. In den vielen kleinen Ortschaften ist die Wahrscheinlichkeit, für alle gekauften Telefonanschlüsse Kunden zu finden, gering.

Eine gewisse Erleichterung brachte die Einführung der einheitlichen nationalen Vorwahlnummer „032“ für die Teilnehmer an der Voice-over-Internet-Protocol-Telefonie. Leider hat sich gezeigt, dass die Erreichbarkeit von 032-Rufnummern sehr eingeschränkt ist. Nicht alle Festnetz- und Mobilfunkbetreiber leiten die Anrufe zu Anschlüssen mit dieser Vorwahl weiter. Es kann vorkommen, dass diese Anschlüsse aus manchen Netzen nicht erreichbar sind. Aus dem Ausland können sie in der Regel gar nicht angewählt werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die 032-Vorwahl den Sonderrufdienststatus hat. Die Anrufe sind deshalb teurer als solche zu den normalen Ortsnetzrufnummern, und  sie werden von den Telefonie-Flatrates nicht abgedeckt.

Die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes ist der Bundesnetzagentur mithin bisher nicht gelungen.

Stand der Falldarstellung: 2007

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