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Meldung 1005

Ein junger Mann aus dem Rheingau fühlte sich zur Gastronomie hingezogen. Nach einer vierjährigen Tätigkeit in einem Café steuerte er zielstrebig auf die Verwirklichung seines Traumes von einem professionellen Cateringbetrieb zu. Er absolvierte eine Kochlehre in einem renommierten Hotel in Hamburg und verdiente sich erste Sporen bei einem Sterne-Koch am Bodensee.

Zurück in der Heimat, übernahm er zusammen mit einem befreundeten Kollegen in einer nahe gelegenen Großstadt die Aufgabe, für die Verpflegung der in einem Kulturzentrum auftretenden Künstler eine professionelle Küche aufzuziehen. Die dafür erforderlichen Räumlichkeiten wollte er durch einen Ausbau von Teilen des ehemaligen Schlachthofs der Stadt schaffen, in dem auch das Kulturzentrum bis heute betrieben wird.

Die beiden angehenden Jungunternehmer nahmen sich zweieinhalb Jahre Zeit für die sorgfältige Planung, insbesondere  für die Finanzplanung ihres Start-ups. In dieser Zeit erhielten sie auch ihre ersten Cateringaufträge. Als sie einen Antrag auf die Erweiterung der Nutzung des ehemaligen Schlachthofgebäudes für ihre gastronomischen Zwecke stellten, gerieten sie in die Mühlen der Bürokratie. Das Umweltamt wollte das der Stadt gehörende Gebäude abreißen lassen, aber auch das Amt für Wirtschaft und Liegenschaften und das Bauamt unterstützten das Vorhaben nicht. Hinzu kam, dass Unklarheiten über den Mietvertrag zwischen dem Betreiberverein des Kulturzentrums und der Stadt zur Unsicherheit der Planungsgrundlagen beitrugen. Dieser Zustand zog sich über mehrere Jahre hin.

Die beiden Köche ließen sich dadurch allerdings nicht entmutigen. Sie investierten trotz der unsicheren Rechtslage in die Veranstaltungsräume und begannen den Ausbau einer Kneipe ohne Baugenehmigung. Zugleich versuchten sie mit Erfolg, Politiker vor Ort von der Zukunftsträchtigkeit ihres Vorhabens zu überzeugen, und erzeugten zudem öffentlichen Druck, insbesondere mit Hilfe der Aufmerksamkeit, die ihnen dadurch zuteil wurde, dass der Initiator des Projekts für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt kandidierte.

Heute führen die beiden Unternehmer einen über die Grenzen der Stadt hinaus bekannten erfolgreichen Cateringbetrieb auf hohem Niveau.

Stand der Falldarstellung: 2005

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